Kapitalanlage

Zankapfel Aktienverluste

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 4. Oktober 2016 entschieden (IX R 8/15), dass nachträgliche Schadenersatzzahlungen, die ein Anleger von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wegen fehlerhafter Bestätigungsvermerke für Verluste aus Aktiengeschäften erhält, steuerrechtlich nicht die in früheren Jahren entstandenen Verluste aus dem Verkauf der Aktien mindern.

Wenn Banken ihre Aufklärungspflicht verletzen …

Der 4. Zivilsenat des Brandenburgischen Oberlandesgerichts (OLG) hat mit Urteil vom 27. April 2016 (4 U 11714) entschieden, dass ein Bankkunde eine Rückabwicklung des Geschäfts verlangen kann, wenn ein Vermittler einen Kunden nicht darüber aufklärt, dass die Bank eine hohe Provision für eine Kommanditeinlage bekommt. Etwaige Steuervorteile muss er sich nicht anrechnen lassen.

Schadensersatzpflicht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz hat in mehreren aktuell veröffentlichten Urteilen vom 15. Januar 2016 und 19. Februar 2016 entschieden (8 U 1265/14 und weitere), dass eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft schadensersatzpflichtig ist, die die Überwachung einer Geldanlage übernimmt, ohne die Anleger auf erhebliche regelwidrige Auffälligkeiten hinzuweisen, wenn die Anleger dadurch ihr Geld verlieren.

Bank haftet für leeres Bankschließfach

Das Kammergericht Berlin hat mit Urteil vom 2. März 2016 entschieden (26 U 18/15), dass ein Geldinstitut, das entgegen der stillschweigenden Erwartungshaltung seiner Kunden keine besonderen Vorkehrungen trifft, um den Inhalt von Bankschließfächern in besonderer Weise zu schützen, bei einem Diebstahls dem Betroffenen gegenüber schadensersatzpflichtig ist.

BGH-Urteil: Kosten für Ersatz-Karte für den Zahlungsverkehr

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen die Deutsche Postbank AG mit Urteil vom 20. Oktober 2015 entschieden (XI ZR 166/14), dass Geldinstitute für die Ausstellung einer Ersatzkarte für den Zahlungsverkehr kein Entgelt erheben dürfen, wenn die Originalkarte abhandengekommen ist und der Kunde den Verlust seiner Karte angezeigt hat.

BGH-Urteil: unwirksame Bankklausel zum pauschalen Buchungspostenentgelt

Der XI. Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) hat mit Urteil vom 28. Juli 2015 (XI ZR 434/14) entschieden und damit der Klage eines Versicherungsvermittlers gegen seine Bank stattgegeben, dass eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Banken, in denen als Teilentgelt für die Führung eines Geschäftsgirokontos ein einheitlicher „Preis pro Buchungsposten“ festgelegt ist, eine unangemessene Benachteiligung des Unternehmers darstellt und unwirksam ist.

BGH-Urteil zur unwirksamen Bankklausel zur Buchungsgebühr

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 27. Januar 2015 (Az.: XI ZR 174/13) entschieden, das eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Geldinstituten unwirksam ist, nach der ein Kunde anlassunabhängig grundsätzlich eine Gebühr für jede Buchung zu zahlen hat.

Geklagt hatte ein Verbraucherschutzverband, der die beklagte Bank im Vorfeld erfolglos aufgefordert hatte, eine Klausel in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu streichen, nach welcher die Kunden neben einer vierteljährlichen Grundgebühr zusätzlich generell 35 Cent pro Buchungsposten zu zahlen hatten.

BGH-Lehman-Urteil

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 25. November 2014 entschieden (Az.: XI ZR 480/13), dass eine Bank, die sog. Garantiezertifikate vertreibt, verpflichtet ist, die Anleger ungefragt über Sonderkündigungsrechte der Emittentin aufzuklären.

Keine Zweitwohnungssteuer bei nachgewiesenem Wohnungsleerstand

Das Bundesverwaltungs-Gericht hat mit Urteil vom 15. Oktober 2014 entschieden (Az.: 9 C 6.13), dass Steuerzahler, die sich aus Gründen der Kapitalanlage eine Wohnung kaufen, die sie nachweislich leer stehen lassen, nicht zur Zahlung von Zweitwohnungssteuer verpflichtet sind.

Aus Gründen der Kapitalanlage hatte sich ein Mann und späterer Kläger eine Wohnung gekauft, die weder von ihm selbst noch von Angehörigen genutzt wurde. Ferner hatte er sie auch nicht vermietet.

Wer überhöhte Überziehungszinsen akzeptiert

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat mit Urteil vom 21. Mai 2014 (Az.: 9 U 75/11) entschieden, dass eine Bank, deren Kunde über lange Jahre offenkundig zu hohe Überziehungszinsen akzeptiert, nur zu einer Teilrückzahlung verpflichtet ist.

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